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Bergh_Lwanyaga

Sarah Bergh und Naomi Lwanyaga:
Im Unterricht wachsen? Storytelling und Biografiearbeit am Tatort Schule 


Eigentlich ist alles klar – Schule kann Ort der Neugier, des Ausprobierens, Lernens, der Selbstreflexion und des Wachsens sein. Oder steht schulischer Alltag leider oft genug auch für das Gegenteil, wenn Neugier eingeschüchtert, Wachstum gehemmt und Aushandlungs-prozesse zu Vielfalt keinen Raum finden, und somit Schule zum demotivierenden Tatort wird? 
Diesen Workshop wollen wir – Sarah & Naomi – zu zweit durchführen: wir sind uns vor zehn Jahren begegnet, damals waren wir Mitte Dreißig und 15 Jahre alt – verschiedene Lebensphasen, die bereichernde Perspektiven für den Austausch miteinander und mit jungen Leuten und Lehrkräften eröffnen.
Seitdem wachsen wir mit künstlerischen Projekten, in Workshops und in Diskussionen rund um den Tatort Schule gemeinsam weiter. Fragen, die uns dabei leiten, lauten z.B. wo kommen wir her, wo gehören wir hin? Wer werde ich sein? Und: wann und unter welchen Bedingungen wird Schule für diese Fragen zu einem guten Ort der Inspiration? 

Ein Workshop zu den Themen Begegnung, Biografiearbeit, der Freilegung von Ressourcen, Empowerment und Befreiung – nicht nur in der Schule!


Sarah Berg
Studierte Pädagogik, Psychologie und Theaterwissenschaften. Nach über 10 Jahren als Produktionsleitung am Theater und für verschiedene Theater-/Tanz- und Performancefestivals,  ist sie seit 2002 selbständig mit ihrem Büro für die Konzeption und Realisation von Kunst- und Kulturprojekten (berghkuk.de//freispiel.info). Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die politische Bildungsarbeit, insbesondere die Themen Migrationspädagogik, Menschenrechte, Diskriminierung/Rassismus und Selbstbehauptung/Empowerment. In diesem Kontext hat sie zahlreiche Vermittlungsprojekte für junge Menschen erarbeitet. Seit 2015 ist sie im Fachbereich Politische Bildung am Pädagogischen Institut/Referat für Bildung und Sport der LH München tätig.


Naomi Lwanyaga
Studiert Staatswissenschaft/Politikwissenschaft in Passau und ist seit 2008 Performerin bei KOSMOS BRD. Für den schulischen und außerschulischen Bereich ist sie Trainerin für Anti-Diskriminierungs-arbeit und rassismuskritische Sensibilisierung. Seit 2016 ist sie Jurymitglied des MOSAIK-Jugendpreises, mit dem das Engagement und die Projektideen junger Menschen gegen Diskriminierung und Rassismus ausgezeichnet werden. An der Universität Passau organisierte sie zahlreiche Veranstaltungen, z.B. im Rahmen des „festival contre le racisme“ oder des Filmfestes „Grenzgaenge“.
Danja Erni
Workshop zu machtkritischer Sprache durch das Autor*innen-Kollektiv "Glossar der Vielstimmigkeit" 

Ein Berliner Kollektiv, bestehend aus Jugendliche mit und ohne Erfahrung in der selbstbestimmten künstlerisch-politischen Beteiligung und Künstler*innen verschiedener Sparten, entwickelt derzeit gemeinsam ein Glossar der Vielstimmigkeit für Schule und Gesellschaft.  Dazu arbeiten das Theater X (ehemals Jugendtheater Büro Berlin), der Verein I, Slam sowie Künstler*innen und (Kunst)Pädagog*innen der KontextSchule zusammen.  

Das Glossar versammelt das vielfältige Wissen der Beteiligten zu diskriminierungs- und diversitysensiblen Themen. Als Autor*innen bestimmen sie über die Bedeutung von Begriffen, die sie in ihrem Alltag betreffen und anhand derer sie z.B. angesprochen werden möchten. Damit wird außerschulisch angeeignetes Wissen, welches in den Lehrplänen an Schulen wenig oder gar nicht vertreten ist, gewürdigt und zugänglich gemacht.  

Dabei wird mit den bevorzugten Medien und Formaten der Beteiligten gearbeitet (z.B. Podcasts, Videoclips, Comic-Strips oder Live-Performances) und es werden unterschiedliche Sprachformen berücksichtigt – von poetischen und journalistischen Texten über Interviews bis hin zu Rap oder Hashtags. 

Das Glossar möchte vielfältige und alltagsbezogene Zugänge zu bisweilen als „schwierig“ und akademisch empfundenen Fachbegriffen schaffen und Sprache als ein Instrument zur Selbstbestimmung erfahrbar machen.  

Der Workshop im Rahmen NEXT CULTURE SYMPOSIUMs wird von jugendlichen und erwachsenen Vertreter*innen des Kollektivs gemeinsam angeleitet.  Wir möchten das Vorhaben und den Stand der Zusammenarbeit vorstellen und uns in praktischen Übungen machtkritisch mit Sprache beschäftigen.  Zudem möchten wir uns mit anderen Akteur*innen aus Schule, Kunst und Aktivismus darüber austauschen, wie das Glossar zukünftig von ihnen für ihren Kontext angeeignet und darin weiterentwickelt werden könnte.
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