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PARKOUR

PARKOUR – Performance und Kultur im Stadtraum
Überwinde Hindernisse und finde deinen Weg!


Mittlerweile weisen über 45 Prozent der Hamburger Schüler*innen einen Migrationshintergrund auf. Die Internationalität und damit verbundenen Herausforderungen an eine Stadtgesellschaft zeigen sich am stärksten in Stadtteilen, in denen sich aufgrund niedriger Mietpreise soziale Problemlagen besonders ballen. Ausgerechnet diese Stadtteile verzeichnen nun z.T. extrem hohe Zuwachsraten durch Zentrale Erstaufnahmen und/oder dauerhafte Unterbringungen. Vor diesem Hintergrund hat die gemeinnützige Unternehmergesellschaft conecco gUG mit ihren vielfältigen Netzwerken und Partnern das Projekt PARKOUR – Performance und Kultur im Stadtraum entwickelt, um Jugendliche mit Migrationsgeschichte und neu ankommende Jugendlichen mit Fluchterfahrung in einem künstlerisch-kreativen Austausch zusammenzubringen, sich gemeinsam mit den Dissonanzen in einer pluralen Stadtgesellschaft auseinanderzusetzen, vielfältige und individuelle Anknüpfungsmöglichkeiten zu finden und sich den Herausforderungen des Neustarts in einer Stadtgesellschaft zu stellen. Unter dem Motto „Überwinde Hindernisse und finde deinen Weg“ erforschen und erobern Jugendliche in dem Projekt PARKOUR – Performance und Kultur im Stadtraum ihren unmittelbaren Sozialraum sowie öffentliche Räume in Hamburg und lernen unter Anleitung professioneller Parkourläufer*innen und anderer Künstler*innen zeitgenössische Kunstformen und den Stadtteil kennen.



Mit dem Projekttitel, der noch jungen Streetart-Sparte „Parkour“, steht die Fähigkeit eines Jugendlichen im Mittelpunkt, kreativ seinen eigenen Weg durch den Großstadt-Dschungel zu finden. Parkourläufer*innen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Hindernisse effektiv und sicher überwinden und dabei flüssig in der Bewegung bleiben. Parkour wird in der Regel in einer kreativen Neuinterpretation eines urbanen Raumes praktiziert. Es enthält das „Sehen“ der Umwelt in einer neuen Art und Weise und die Vorstellung der Möglichkeiten für die Bewegung um sie herum. Parkour fordert auch den eigenen Körper und fördert die Kraft, Beweglichkeit, Geschicklichkeit und geistige Entschlossenheit. Durch diesen vielfältigen Einsatz des Körpers hilft Parkour auch im Alltag, die dortigen und großen Hürden zu überwinden und mit dem Köper ins Gleichgewicht zu kommen. Das Projekt PARKOUR – Performance und Kultur im Stadtraum beginnt mit gemeinsamen Stadt(teil)erforschungen von Hamburger Jungs & Deerns (Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung) und zugewanderten (z.T. auch unbegleiteten) Jugendlichen mit dem Ziel, ihre Wahrnehmung füreinan- der (Förderung interkultureller Kompetenz) und den urbanen Raum zu sensibilisieren einschließlich der Vermittlung orientierungsrelevanter Informationen (Stadtplan, öffentliche Verkehrsmittel etc.).

Das bei den Stadtteilerforschungen eingesammelte Material dient als Basis für die tiefergehende Auseinandersetzung in verschiedenen künstlerischen Workshops, in denen die Jugendlichen gemäß ihrer Interessen und Talente in einem gemeinsamen kreativen Prozess das Parkouring vertiefen oder künstlerische Performances und Interventionen erarbeiten. Die entstandenen „Forschungsergebnisse und -dokumentationen“ wie z.B. Parkourläufe, Zeichnungen, Tagebucheintragungen, Fotos, Filme werden anschließend gemeinsam mit den Kooperationspartnern aus dem Stadtteil (Häuser der Jugend, Migranten-Initiativen, Stadtteilkulturzentren, Schulen, Flüchtlingsunterbringungen etc.) öffentlich präsentiert. Die Präsentationen zeigen den gemeinsam geschaffenen kreativen Ausdruck der jugendlichen Zugewanderten und den im Stadtteil heimischen Jugendlichen, ihre Sicht auf die Welt, werden im Stadtteil sichtbar, und erfahren eine Wertschätzung ihrer Person, die ihr Selbstbewusstsein und ihre Bereitschaft stärkt, sich der neuen Stadtgemeinschaft zu öffnen und ihr „Ankommen“ in der Stadt(teil)gesellschaft selbst zu gestalten. Zugleich sind die Präsentationen der Workshop-Ergebnisse, die gemeinsam mit anderen Jugendlichen, Stadtteilbewohner*innen etc. entstanden sind, eine Manifestation einer gelingenden „Gesellschaft der Vielheit“ (Terkessides): Der künstlerische Prozess wird zum Aushandlungsraum spannungsreicher Differenzen unterschiedlicher Kulturen, Ansichten und Positionen und die erfolgreiche und öffent- lichkeitswirksame Präsentation des gemeinschaftlich geschaffenen Werkes steht zugleich für einen neuen Entwurf einer Internationalen Stadtgesellschaft der Zukunft, in der jeder den Mut hat, sich aus den gewohnten Strukturen und Mustern seiner Herkunftsgemeinschaft zu lösen und sich mit anderen zu einem neuem Ganzen zu verbinden. Die verschiedenen Kultursparten (Kunst, Theater, Tanz etc.) bieten ein reichhaltiges Spektrum, um sich künstlerisch mit dem unmittelbaren Sozialraum (Stadtteilerkundungen), gesellschaftlichen Werten und den Potenzialen einer Gemeinschaft der Vielheit auseinander zu setzen. Der künstlerische Prozess ermöglicht Jugendlichen kreative Ausdrucksformen für ihre Gefühle und für das zu finden, was sie am stärksten bewegt. Zugleich arbeiten sie in einer Gemeinschaft mit anderen Jugendlichen, die bzw. deren Familien z.T. ebenfalls einmal neu in Hamburg angekommen sind, Stadt und Menschen erst kennen lernen und verstehen lernen mussten, sprachlich ebenso wie in sozialen Interaktionen.

Das Projekt PARKOUR – Performance und Kultur im Stadtraum wird konzipiert und umgesetzt von der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft conecco, die über ein hamburgweites Netzwerk von Kultur-, Sozial- und Bildungseinrichtungen verfügt. Das Projekt PARKOUR dient dazu gemeinsam mit Künstler/innen (u.a. mit Migrationshintergrund) neue übertragbare Projektformate zu entwickeln und Stadtteilakteure (Migranten- und Integrationsinitiativen etc.) aktiv in das Projekt mit einzubeziehen, um damit den jugendlichen Zuwanderern die Potenziale ihres unmittelbaren Lebensumfeldes zu erschließen und sie in Kontakt zu anderen Jugendlichen ihres Stadtteils zu bringen – neu zugewanderte Jugendliche gehen häufig nicht in ihrem unmittelbaren Sozialraum zur Schule, sondern müssen täglich lange Wege zurücklegen. Außerdem wird eine Kooperation mit Künstler*innen aus anderen Ländern angestrebt.

Kooperationspartner
Der Parkour Creation e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Hamburg. Ziel des Vereins ist es, den Sport zu fördern, insbesondere die Pflege, Förderung und Verbreitung von Parkour und anderen Künsten der Bewegung. Neben dem sportlichen Aspekt steht vor allem die Vernetzung des kreativen Potentials der Szene mit der Hamburger Kinder-, Jugend- und Kulturszene im Mittelpunkt stehen. Dabei arbeitet Parkour Creation mit einer Vielzahl inhaltlich sehr abwechslungsreicher Theater-, Schul- und Jugendprojekte aus nahezu allen Hamburger Stadtteilen zusammen. Neben dem Projekt ‘Die Halle - Parkour Creation Center Oberhafen’, ist der Verein mit seinem mobilen Parkour- Park mit Veranstaltungen, Trainings- und Spielangeboten im öffentlichen Raum aktiv.

STADTKULTUR HAMBURG e.V. ist u.a. Hamburger Träger des Bundesfreiwilligendienstes Kultur und Bildung und mit dem Programm BFD Welcome führend bei der Öffnung des Bundesfreiwilligendienstes für Geflüchtete. Es ist geplant, in den lokalen Netzwerken das Engagement von geflüchteten Künstler/innen mit einzubinden und in Kooperation mit STADTKULTUR durch Einbindung von Geflüchteten aus dem BFD Welcome nachhaltig zu verankern. Freiwilliges Engagement ist in allen Kulturen verankert, es bedarf jedoch der kulturellen Transformation, um das in den Herkunftsländern erfahrene oder praktizierte Engagement auf die hiesige gesellschaftliche Realität zu übertragen.

Das Haus der Jugend Steilshoop (HDJ) ist eine familienergänzende Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Jugendbildung. Auftrag des HDJ ist es, Kinder und Jugendliche bei aktiver und sozial sinnvoller Freizeitgestaltung zu fördern und zu begleiten, ihnen Angebote zur kulturellen und politischen Bildung bereitzustellen sowie mit pädagogischem Wissen vermittelnd und beratend an der Bewältigung von Problemen und der Lebensplanung der Kinder und Jugendlichen mitzuwirken. Bei der Umsetzung der Angebote achten die Mitarbeiter*innen besonders auf unterschiedliche Lebenslagen von Mädchen und Jungen sowie Jugendlichen ausländischer Herkunft, auf deren gleichberechtigte Förderung. Ziel ist insgesamt der Abbau von Benachteiligungen und individuelle Beeinträchtigungen.

Die Evangelische Migrationssozialarbeit, kurz EvaMigrA, ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der seit über 20 Jahren in Hamburg besteht und junge Menschen in ihrem individuellen Prozess des Erwachsenwerdens und bei ihrer Integration in die Arbeitswelt und Gesellschaft unterstützt.



Das Projekt PARKOUR - Performances und Kultur im Stadtraum wird gefördert durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.


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